Was ist Taekwondo?

Körperliche & geistige Gesundheit stärken

Taekwon-Do [tä guon do] ist eine koreanische Kampfkunst. Dieses ursprüngliche System der waffenlosen Selbstverteidigung hat sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt. Durch die Nähe zu China und Japan sind auch deren alten Kampfkünste wie z.B. Kungfu, Karate und weitere altkoreanische Kampkünste wie das Taekyon mit eingeflossen. Den größten Einfluß hat sicherlich das japanische Karate eingenommen. Durch die geschichtliche Verbindungen beider Staaten hatten immer wieder einige Koreaner die Möglichkeit in Japan japanisches Karate zu lernen. Daher ist die große Ähnlichkeit zu Karate nicht zu leugnen.

 

Die größten Unterschiede zwischen beiden Kampfkünsten besteht allerdings in den Ausführungen und Gewichtung der Techniken. Taekwon-Do ist berühmt geworden durch die Vielzahl der kombinierten Fuß- und Beintechniken. Das traditionelle Taekwon-Do nach Kwon Jae Hwa distanziert sich allerdings davon, daß Taekwon-Do heute oft in modernisierter, vereinfachter Form als "Kampfsport" propagiert wird. Das andere dabei mutwillig verletzt werden können, entspricht seiner Überzeugung nach nicht dem Geist des Taekwon-Do.

 

Beim Taekwon-Do darf es nicht nur darum gehen, wer als erster einen Treffer beim Gegner macht und damit das Training nur auf ein paar wenige schnelle Techniken einschränkt. Beim Taekwon-Do nach Kwon Jae Hwa werden die traditionellen Werte wie die Schulung von Körper und Geist in den Vordergrund gestellt, und dienen in erster Linie der eigenen Persönlichtkeitsentfaltung. Übt man Taekwon-Do im traditionellen Sinn aus, dann ist es weit mehr als eine Kampkunst. Es ist eine Lebenshilfe. Wer sich und seinen Körper beherrscht, stärkt und in Einklang bringt, ist auch den Schwierigkeiten des täglichen Lebens besser gewachsen.

Taekwon-Do heißt nicht nur, einen Sport zu treiben und sich gegen körperliche Angriffe zu wehren, sondern eine körperliche und geistige Gesundheit und Stärke aufzubauen. Taekwon-Do hilft uns Schwierigkeiten nicht auszuweichen, sondern sie zu meistern, Ängsten durch Selbstvertrauen zu begegnen, körperliche Schwächen nicht als unabänderlich hinzunehmen, sondern dagegen anzukämpfen. In völliger Harmonie von Körper und Geist zu leben, ist das Ziel.

 

Traditionelles Taekwon-Do ist ein sehr vielfältiger Sport. Durch Gymnastik-, Koordinations-, Kondition-, Dehn-, Kraft- und Atemübungen in Verbindung mit verschiedenen Techniken wird der komplette Körper ständig gekräftigt und die Beweglichkeit verbessert.

Allerdings ist die Bezeichnung Taekwon-Do noch recht jung. Der Begriff Taekwon-Do tauchte erstmals 1955 auf und wurde von General Choi Hong-Hi und weiteren ranghohen Vertretern entwickelt.

 

Sie besteht aus den Silben:

  • Tae = der Fuß / beinhaltet Techniken mit den Füßen und Beinen in Form von Tritten
  • Kwon = die Faust / beinhaltet Techniken mit Händen, Fäusten und Armen in Form von Schlägen
  • Do = der Weg /der Lebensweg / der geistige und philosophische Hintergrund

Sinngemäß kann man Taekwon-Do folgendermaßen übersetzen:

„Der Weg der Hand und des Fußes“


Taekwon-Do Ursprung

Um die Enstehung des Taekwon-Do zu beschreiben, muß man sich ein wenig mit der Geschichte Koreas beschäftigen. In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Koreas in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten. Koguryo war flächenmäßig das größte Königreich.

 

Dies führte dazu, daß die beiden Länder Baek Je und Silla in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten. Vor allem für Silla wirkte sich dies insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden mußte.

 

Man erkannte hier, daß eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man vielerlei Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten.

 

Zu diesem Zweck wurde u.a. im 6. Jahrhundert n. Chr. von dem König Ching-Hung das Hwarang-Do gegründet, eine Organisation, in der talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und im Zen unterrichtet wurde. Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und u.a. auch auf die der damaligen Kampfkünste an. Damit war der Grundstein für die Entstehung des Taekwon-Do gegeben. Für die Hwarang-Do- Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des Zen eine unüberwindbare Stärke die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der 3 Königreiche unter der Leitung Sillas führte. In der folgenden Silla-Dynastie wurden die Kampfkünste und andere koreanische Kulturgüter 800 Jahre lang weitergepflegt und vervollkommnet.

Da aber der äußere Anlaß der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes, und die Entwicklung des Do stagnierte. Als im 14. Jahrhundert n. Chr. die Lee-Dynastie folgte, wurden die Kampfkünste nur noch von kleinen Gruppen am Leben gehalten.

 

Im Jahre 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen, und die alten koreanischen Kampfkünste wurden in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Sie wurden nur im geheimen von einigen ausgeübt, gepflegt und weitergegeben.


Taekwondo Neuzeit

Nach der Niederlage der Japaner 1945, war das Interesse vorhanden von eine handvoll Koreaner die neue koreanische Kampfkunst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daraufhin wurden die 5 ursprünglichen Taekwondo-Stile gegründet, die bis heute noch Bestand haben.

 

Sie lauten:

  • Changmu-Kwan
  • Cheongdo-Kwan
  • Mudeuk-Kwan
  • Seongmu-Kwan
  • Yonmu-Kwan

Es erfolgte eine schnelle allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi Hong-Hi, mit der Aufgabe das "koreanische Karate" und die bestehenden Stilrichtungen zu vereinen, neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen. Im Rahmen dieser Neuordnung wurde unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichenkeiten Koreas angehörten, der neue koreanische Name Tae Kwon Do entwickelt. Seit 1955 wurde Tae Kwon Do als Nationalsport eingeführt und als Pflichtfach an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes gelehrt.

1965 brach eine Delegation von 5 Großmeistern unter der Leitung von General Choi Hong-Hi im Auftrag der koreanischen Regierung auf, um das Taek Kwon Do in der ganzen Welt zu verbreiten. Mitglied dieser Delegation war auch Großmeister Kwon Jae-Hwa. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa und Deutschland unterrichtet.